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3. September 2015 Comments (0) Wissen, Featured

Unterschiede bei Laufverletzungen zwischen Männern und Frauen?

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Die herkömmliche Expertenmeinung ist, dass sich Frauen häufiger verletzen als Männer. Als Ursache wird gesehen, dass Frauen aufgrund ihres breiteren Beckens einen größeren Quadrizeps-Winkel als Männer haben. Dieser Q-Winkel wird zwischen dem oberen Becken, der zentralen Kniescheibe und dem Ansatzpunkt der Patellasehne am Schienbein gebildet. Theoretisch verursacht ein größerer Q-Winkel einen höheren Druck auf Knie und Unterschenkel. Dies soll Knieschmerzen verursachen und zu mehr oder zumindest zu anderen Laufverletzungen führen.

Es gibt Beobachtungen, die diese gängige Auffassung unterstützen. So stellte sich bei einer retrospektiven Analyse heraus, dass Männer tendenziell mehr Verletzungen an Sehnen und am Knieknorpel haben, Frauen litten eher unter einer Instabilität des Beckens, Stressfrakturen und dem patellofemoralen Schmerzsyndrom („Läuferknie“). Das höhere Auftreten von Stressfrakturen lässt an die unterschiedliche Knochendichte bei Männern und Frauen denken. Diese Ergebnisse wurden 2002 durch eine Studie von Jack Taunton und seinen Kollegen von der University of British Columbia ermittelt. Dabei wurden Aufzeichnungen der Sportklinik Allan McGavin Sports Medicine Centre von mehr als 2.000 dokumentierten Laufverletzungen der letzten 30 Jahre analysiert.

Eine neue Forschungsrichtung beschäftigt sich mit dem Lauftempo als möglicher Ursache für Verletzungen. Danach wird eher für Männer ein höheres Risiko gesehen. Nun wird überlegt, ob vielleicht auch verschiedene Trainingsmuster zu unterschiedlichen Verletzungen führen können.

Maha Elashi, Doktorandin an der UBC Environmental Physiology Lab, präsentierte auf der letzten Jahresversammlung der Canadian Academy of Sport and Exercise Medicine erste Ergebnisse einer Studie, die bestehende Annahmen überprüfen will: Sie untersuchte 68 Männer und 86 Frauen wöchentlich, die sich in einem 12-wöchigen Trainingsprogramm auf ein 10-km-Rennen vorbereiteten. Es ergab sich kein signifikanter Unterschied in der Verletzungsrate. Die Frauen erlitten 3,66 Verletzungen pro 1.000 Trainingseinheiten, die Männer 3,56. Es werden wohl noch mehr Studien nötig sein, um geschlechtsspezifische Unterschiede in der Verletzungsgefahr von Läufern deutlich zu belegen oder auszuschließen.

 

 

 

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